Oh sorry, I’m montessori - Freiwillige berichten

Seit September 2015 leistet Anne-Marie ihren Freiwilligendienst an der Montesori Schule in Dresden. Was sie an der Schule alles erlebt und wie ihr Arbeitsalltag aussieht, schildert sie in dem folgenden Bericht.

 

„Montessori ist doch sowas wie Waldorf, oder?“, dachte ich als ich mein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) an der Montessorischule Dresden begann. Was mir aber klar war: endlich kein staatliches Schulsystem mehr, sondern eine inklusionsorientierte Alternative.

Inklusion heißt kurz „Schule für alle“. In jeder Klassenstufe gibt es bestimmte Kinder/Jugendliche die eine körperliche oder kognitive Beeinträchtigung haben und aus diesem Grund eine spezielle Förderung brauchen- also Inklusionskinder (s.g. „I-Kinder“). Hier greifen die anderen Freiwilligen und ich den Pädagogen unter die Arme. Das kann schon in der Grundstufe/im Hort (1.-3-Klasse), in den darauffolgenden Altersgruppen oder noch früher, im Kinderhaus sein. Ich bin z.B. in der Oberstufe, d.h. 9./10. Klasse. Hier begleite ich zwei „I-Mädchen“ auf ihrem Weg zum Hauptschulabschluss.

Wir sind oft separat in einem anderen Raum und machen dort die vereinfachten Aufgaben der Realschulklasse, von der die Mädchen ein Teil sind. Dazu gehört auch, dass ich regelmäßig Wiederholungen für Mathe ausarbeite, denn nur über die ständige Wiederholung rutscht der Lernstoff ins Langzeitgedächtnis. Oder wir nehmen zusammen einen Text unter gewissen Fragestellungen auseinander.

Schwierig ist es für mich,  wenn wir ein neues Thema beginnen. Es fällt mir dann häufig schwer,  die Balance zu finden, denn ich möchte zwar so viel Stoff wie möglich vermitteln, andererseits kann es aber sehr leicht passieren, dass meine zwei Schützlinge sich in den Details verlieren. Dieser Balanceakt zieht sich durch die gesamte Arbeit mit den I-Kindern.

Die Arbeit verlangt sehr viel Einfühlungsvermögen, Geduld und gute Vorbereitung. Aber es macht auch viel Spaß, denn die Mädels sind lieb, lernwillig und wissbegierig.

Außerdem ist das Team an der Schule große Klasse. Junge, idealistische und  engagierte Lehrer, die den Kindern und Jugendlichen nicht nur Wissen für die Schule, sondern auch für das Leben vermitteln wollen.

Ein weiterer Vorteil: die Beschäftigung von Freiwilligen hat an der Montessorischule schon Tradition, d.h. für die Schüler ist es etwas ganz alltägliches, einen Freiwilligen in ihrer Gruppe zu haben. Dazu kommt, dass die Freiwilligen, wie alle anderen Mitglieder der Schule auf Augenhöhe behandelt werden. Zu unseren Aufgaben gehören also nicht die typischen Hilfsaufgaben, sondern anspruchsvollere pädagogische Tätigkeiten; wir „arbeiten am Kind“.

Man merkt jeden Tag, dass hier der Schüler als Individuum respektiert und gefördert wird. Es ist eine tolle Schule mit angenehmem Arbeitsklima und respektvollem Umgang. Ich würde jedem angehenden FSJ`ler ans Herz legen, mal zur Hospitation vorbei zu kommen.

Wir sehen uns,

Anne-Marie

P.S. Montessori- und Waldorfpädagogik unterscheiden sich in fast allen Bereichen grundlegend voneinander. Das habe ich bereits in den ersten Tagen herausgefunden.

Hier findet ihr mehr Infos über die Schule: http://www.huckepack-ev.de/montessorischule.html

 

Und wenn Ihr Interesse habt einen Freiwilligendienst in der Montessorischule Dresden zu absolvieren oder ihr habt noch Fragen zu einem Freiwilligendienst, dann meldet euch einfach bei unserem Team.

Feb 22, 2016
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